Beispiel

Einfache Sprache ist eine vereinfachte Form des Deutschen. Sie verzichtet bewusst auf sprachliche Stolpersteine und ist daher verständlicher.

Texte als Barriere

Briefe vom Amt, medizinische Befunde, Ausstellungstexte im Museum: Jeder und jede hat Texte schon einmal nicht sofort verstanden. Wir stolpern über schwierige Wörter. Lange und komplizierte Sätze lassen uns den Faden verlieren. Wir müssen rätseln, worum es geht. Hier setzt Einfache Sprache an.

Bürgernahe Sprache

Ein neuer Sprachstil des Deutschen.

Definition Einfache Sprache

«Eine Mitteilung ist in einfacher Sprache gehalten, wenn ihre Sprache, ihre Struktur und ihr Design so klar sind, dass die gemeinten Leser*innen relevante Informationen leicht finden, verstehen und anwenden können.»

Quelle: International Plain Language Federation

Einfache und Leichte Sprache: die Unterschiede

Einfache Sprache und Leichte Sprache werden oft verwechselt. Beide Sprachformen wollen, dass die Lesenden den Inhalt ohne grosse Mühe lesen, verstehen und anwenden kann.

  • Einfache Sprache ist eine vereinfachte Form der Standardsprache. Sie macht Informationen für alle klar und verständlich. Texte für die breite Öffentlichkeit werden mit Einfacher Sprache lesbar, verständlich, auffindbar und nutzbar. 
  • Leichte Sprache ist eine sprachlich und inhaltlich vereinfachte Form der deutschen Sprache. Primäre Zielgruppe sind Menschen mit Lernschwierigkeiten. Auch Menschen, die gerade erst Deutsch lernen, profitieren von Leichter Sprache. Sie hilft auch ungeübten Lesenden. Menschen der Zielgruppe prüfen die Texte.

Für die Einfache und die Leichte Sprache gibt es klare Vorgaben.

Zwei DIN-Normen setzen allgemeingültige Massstäbe für Texte in Einfacher Sprache. Sie bieten Schreibenden Leitlinien und Grundsätze, um verständliche Texte für ein breites Publikum zu erstellen.

Mehr über die Leichte Sprache finden Sie beim Kompetenzzentrum Leichte Sprache des Bundes und beim Büro für Leichte Sprache von Pro Infirmis.

Einfache Sprache stellt die Lesenden in den Mittelpunkt

Einfache Sprache richtet sich konsequent aufs Zielpublikum aus:

  • Wer sind die Lesenden: Bildungsniveau, Alter, Gender?
  • Welchen Zweck verfolgen die Lesenden: Wollen sie sich informieren, Zusammenhänge verstehen, ein Problem lösen usw.?
  • Was wissen sie bereits über das Thema?
  • Was sind die Fragen der Lesenden: Was wollen sie wissen? Was müssen sie wissen?
  • Müssen sie den Text lesen oder tun sie es freiwillig?
  • Wo lesen sie: zu Hause oder unterwegs?
  • Wie lesen sie: auf dem Handy, am Computer oder auf Papier?

Einfache Sprache ist vielfältig

Einfache Sprache passt sich den Anforderungen der Zielgruppe und der Textsorte an. Sie orientiert sich an einem flexiblen System von Empfehlungen, die einer hohen Verständlichkeit dienen. Daher gibt es viele Varianten Einfacher Sprache.  

Einfache Sprache vermeidet Behördensprache und Fachjargon

Wer in Einfacher Sprache kommuniziert, wählt bewusst einen freundlichen Ton und vermeidet Behördensprache und Fachjargon. Einfache Sprache ist bildhaft und orientiert sich an der Lebenswelt des Zielpublikums. Sie verzichtet auf alles, was für die Lesenden unwichtig ist. Komplexe Sachen bringt sie auf den Punkt: so einfach wie nötig, so gehaltvoll wie möglich.

Einfach ist nicht zu verwechseln mit banal

Wenn Sie in Einfacher Sprache kommunizieren, vereinfachen Sie den Inhalt Ihrer Botschaft nicht. Sondern Sie räumen typische sprachliche Stolpersteine aus dem Weg. Und Sie verabschieden sich bewusst von aufgeplusterten Formulierungen.

In Ländern mit Englisch als Landessprache heisst Einfache Sprache «Plain Language». Dort setzt sich die bürgernahe Sprache langsam durch. Vorbild ist ein Gesetz der Obama-Regierung: Es fordert US-Behörden seit 2010 zu einer «klaren und präzisen Sprache» auf.

Das Deutsche Institut für Normung veröffentlichte im April 2024 die erste DIN-Norm für Einfache Sprache. Die DIN 8581-1 enthält die Regeln für das Schreiben in Einfacher Sprache für Deutsch. 

Sie baut auf der internationalen ISO-Norm für Plain Language auf (ISO 24495-1). Diese gibt es auch in deutscher Fassung: DIN ISO 24495-1.

Beide Normen zusammen sind als Normen-Handbuch Einfache Sprache erhältlich. Es fasst beste Texter-Praxis zusammen. 

Mehr zu den Normen finden Sie auf dem Infoportal Einfache Sprache: Die Einfache Sprache ist jetzt geregelt.

Informationen zu Einfacher Sprache > Infoportal Einfache Sprache

Die Normen für Einfache Sprache

Das Deutsche Institut für Normung veröffentlichte im April 2024 die erste DIN-Norm für Einfache Sprache. Die DIN 8581-1 enthält die Regeln für das Schreiben in Einfacher Sprache für Deutsch. 

Sie baut auf der internationalen ISO-Norm für Plain Language auf (ISO 24495-1). Diese gibt es auch in deutscher Fassung: DIN ISO 24495-1.

Beide Normen zusammen sind als Normen-Handbuch Einfache Sprache erhältlich. Es fasst beste Texter-Praxis zusammen. 

Mehr zu den Normen finden Sie auf dem Infoportal Einfache Sprache: Die Einfache Sprache ist jetzt geregelt.

In Ländern mit Englisch als Landessprache heisst Einfache Sprache «Plain Language». Dort setzt sich die bürgernahe Sprache langsam durch. Vorbild ist ein Gesetz der Obama-Regierung: Es fordert US-Behörden seit 2010 zu einer «klaren und präzisen Sprache» auf.

Informationen zu Einfacher Sprache > Infoportal Einfache Sprache

«Die Texte des alten Kursprogramms kannte ich in- und auswendig. Ich las die neuen Texte und dachte erst: So direkt, das geht nicht. Dann merkte ich: Du bist angesprochen als Leserin oder Leser.»

Mara Müller, Leitung Kunstschule Wetzikon